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Co-Create fördert Kreativität und Innovation

2017-06-01 08:30

von Richard Schütze

„The next 100 years“ – was werden sie bringen? Welche Megatrends ziehen herauf, welche Chancen ergeben sich auch aus Risiken und Umbrüchen, wie wird aus Vergangenheit über die Brücke der Gegenwart die Zukunft von morgen? 280 führende Repräsentanten aus Handel, Industrie und Wirtschaft wollten sich austauschen, networken, die Sinne für die Zukunft schärfen und „Co-Create“ sein und leben. Der führende Netzwerk-Dienstleister hatte am 18. und 19. Mai 2017 nach München geladen, zunächst in das BMW-Museum und dann in die BMW-Welt. Die Unternehmerinnen und Manager bestaunten die imponierenden Automobile vergangener Zeiten, den glamourösen Sportwagen von Elvis Presley, die knuddelige Isetta, imponierend bullige oder geländegängige Motorbikes, rasante Tourenwagen und spritzige Renner und manch‘ ein Traum suchte sich seinen speziellen Wagen. Schon immer verbanden sich Kreativität mit Inspiration, Eleganz mit Energie und Power.

Mit solchem Know how und Networking können kein Verband oder Club aufwarten. „Auf Augenhöhe mit anderen Managern und Unternehmern vertraulich über die neuesten Theorien und deren praktische Anwendung diskutieren – das erweitert permanent die eigene Kompetenz und komplettiert das eigene Wissen“, fasste Joachim die Vorteile von Co-Create zusammen.

Kreativität entsteht aus Wissen, Inspiration und Erfahrung

„Wir wollen uns gemeinsam inspirieren lassen, Chancen beherzt ergreifen und die Zukunft mit Freude und Elan gestalten!“ eröffnete Hans Georg Joachim, der ehemalige Vorsitzende der Geschäftsleitung von Bosch Rexroth Deutschland und Co-Create Geschäftsführer, das fulminante Fest der Kreativität, das Co-Create mit seinen Gästen feierte. „Gute Kontakte knüpfen, Wissen sammeln, Erfahrungen austauschen und miteinander kreativ sein! So kann jeder von uns Fehler vermeiden und gewaltig Zeit sparen“, ergänzte Joachim, „denn Co-Create-Mitglieder haben einen freien und direkten Zugang zu durchschnittlich 400 Jahren Fach- und Führungskompetenz.“  In branchenübergreifenden Führungszirkeln mit jeweils bis zu 25 Vorständen, Geschäftsführern sowie Vertriebs-, Marketing-, Personal-, IT- und Finanzleitern in vergleichbarer Position könnten Co-Creater aus einem großen Fundus an Berufserfahrung schöpfen, um die strategischen Herausforderungen ihres eigenen Aufgabenbereichs zu meistern. „Sie erhalten ehrliche und kompetente Antworten auf alle Fragen, die Ihre tägliche Arbeit im operativen und auch im strategischen Bereich mit sich bringen“ resümierte der Gastgeber. In der Tat: Co-Create-Gruppen treffen sich über mehrere Jahre hinweg. Durch diese Kontinuität und Vertrautheit entsteht ein nachhaltiger Effekt.

„Dazu steht allen Co-Creatern ein starkes persönliches Netzwerk zur Verfügung, das man bei Bedarf jederzeit anzapfen kann.“ Im Dialog, durch Reflexion und Sparring gewinnen und festigen Co-Creater die eigene Position und helfen auch anderen dank ihrer eigenen Erfahrung und dem eigenen Wissen.

Auch Jan Haulund, Inhaber und ebenfalls Geschäftsführer von „Co-Create“, sieht in den rund vier- bis sechsstündigen und professionell moderierten Zusammenkünften der Zirkel, die sechs Mal im Jahr stattfinden und bei denen auch anerkannte Experten profunde Einblicke in alle für die Unternehmensführung relevanten Themen geben, ein Erfolgsgeheimnis. „In vertraulicher Atmosphäre können unsere Mitglieder einander Ansätze für praxistaugliche Innovationen und Erfahrungen mit Siegen und Niederlagen mitteilen. Erfolgreich sein und noch erfolgreicher werden, Stillstand vermeiden und auch den Kollegen voran helfen, das ist das Ziel von Co-Create“ sagt der Unternehmer.

Wie die Transformation in die digitale Welt gelingen kann

Am Beispiel der für Deutschland essentiellen Autoindustrie illustrierte Jens Monsees, wie „aus 100 Jahren Tradition die Transformation in die digitale Welt von morgen gelingen“ kann. „Haltung, Mut und Selbstvertrauen“ seien dabei die elementaren Bausteine, um mit einer auf den Kunden ausgerichteten Führungskultur den Sprung nach vorn zu schaffen. Der Leiter „Strategie Digitalisierung“ der BMW Group sieht die Digitalisierung auf einem Siegeszug quer durch alle Bereiche der Wirtschaft und der Unternehmen. Heute baue BMW vorwiegend Autos für Privatpersonen und Flottenbetreiber; schon morgen aber komme es nicht mehr primär darauf an, mit dem Internet verbundene KFZ zu verkaufen, sondern umfassend vernetzte Mobilität. BMW verfolge einen ACES-Plan: Über A wie autonomes Fahren, C wie connected mit dem Internet gehe die Reise in die Zukunft weiter zu E wie electrified in Richtung S für shared Services. Im Jahr 2016 belieferte der Autohersteller 30 Millionen Kunden; schon 2025 will BMW 100 Millionen Kunden mit seinen Angeboten erreichen. Auf die Frage „wie verändern sich die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Lebensbedingungen und damit die Mobilität?“ prognostiziert BMW die Zukunft der individuellen Mobilität: Mobilität werde vielseitig und maßgeschneidert organisiert, Vernetzung als natürlich empfunden, die Technologien sich immer mehr den menschlichen Bedürfnissen anpassen, der Energieverbrauch emissionsfrei gestaltet und Verantwortung erlebbar werden. Der städtische Verkehr werde nach dem Konzept von ‚smart cities‘ vernetzt und mit intelligenterer Mobilität, mehr Komfort und zugleich einer deutlich verbesserten Umweltbilanz aufwarten. Kurz: Die digitale Welt von morgen werde auf der Basis einer permanenten Update-Fähigkeit der  in den KFZ eingesetzten robusten IT-Infrastruktur und Software-Architektur eine Fülle neuer Chancen beinhalten. Aus Mit- und Wettbewerbern könnten dann auch strategische Kooperationspartner werden, die als Mercedes, Audi und BMW ganz im Sinne von „Co-Create“ bei der Bewältigung der großen Herausforderungen erfolgreich miteinander kooperieren könnten.

Den Kunden und Fan in den Mittelpunkt stellen

Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München, griff diese Steilvorlage auf. Auch für den Welt- und Europameister, Deutschen Meister und Pokalsieger steht der Fan als Kunde des erfolgreichsten deutschen Fußballvereins im Mittelpunkt. Der Fußballmanager sieht in klaren Zielsetzungen und einem unbedingten Leistungswillen die Grundlage für seinen einzigartigen Erfolg. „Mit 14 Jahren habe ich über 13,4 Sekunden für einen Hundertmeterlauf gebraucht und war damit für Topmannschaften zu langsam“, lässt Hoeneß die Vergangenheit Revue passieren. „Dann habe ich jeden Morgen freiwillig Waldläufe gemacht und meine Schnelligkeit trainiert; als ich das Abitur gemacht habe, habe ich nur noch 11,4 Sekunden für die hundert Meter gebraucht.“ An seinen Eltern, die ein kleines Fleischgeschäft in Ulm hatten, habe er beobachten können, wie mit unermüdlichem Fleiß ein Unternehmen am Leben erhalten und die Kunden umsorgt wurden. Hoeneß hat dann diesen Betrieb systematisch auf- und ausgebaut. Im Gespräch mit Hansgeorg Derks, dem geschäftsführenden Gesellschafter von ‚derks brand management consultants‘ und Moderator der Veranstaltung, resümierte der Unternehmer Hoeneß: „Damals haben meine Eltern im Jahr einen Umsatz von 150.000 D-Mark gemacht, heute machen wir einen Umsatz von 150.000 Euro in fünf Stunden.“ Auch den FC Bayern hat der Fußball-Enthusiast mit enormem Fleiß, viel Ausdauer und Hingabe groß gemacht. Von 8.000 Clubmitgliedern im Jahr 1979 ist der Club mittlerweile mit 285.000 Mitglieder zum größten Sportverein der Welt gewachsen. Zu dem nachhaltigen Erfolg der Bayern hat ganz wesentlich die Einstellung des Managers als Kümmerer für die Spieler, die Trainer und auch die Fanclubs beigetragen. „Wenn ich gebraucht werde, bin ich einfach da – auch nachts“ umreißt der Manager seine Einstellung. „Das spüren unsere Spieler, unsere Trainer, unsere Fans und das macht unsere ‚mir-san-mir-Gemeinschaft‘ aus.“

Alle sollen gewinnen

Einmal im Jahr stellt sich die Profimannschaft auch in der Provinz einem ausgelosten Fanclub zum sportlichen Wettstreit. Die Einnahmen aus solchen Freundschaftsspielen verbleiben zu 50 Prozent bei dem Fanclub und zu 50 Prozent werden sie einem Hilfsfonds des FC Bayern zur Verfügung gestellt. Hoeneß ist ein Meister von „win-win-Partnerschaften“. „Mir kommt es ganz wesentlich darauf an, dass unsere Sponsoren etwas von der Partnerschaft mit dem FC Bayern haben – dann habe ich ein gutes Gefühl dabei“ legt der Manager die Latte hoch. Inzwischen macht der Renommierclub einen Umsatz von 600 Millionen Euro jährlich und weist ein Eigenkapital von 80 Prozent aus – auch dies ein einsamer Spitzenwert. Und Hoeneß denkt an die Zukunft: Seine Fleischwurst-Firma hat er bereits an seine Söhne übertragen und innerhalb der nächsten drei Jahre wollen er und der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge den FC Bayern „besenrein an sorgfältig ausgewählte und gut vorbereitete Nachfolger“ übergeben. Auch im persönlichen Dialog mit den „Co-Creatern“ nach seinem mit großem Applaus gewürdigten Vortrag folgt der Manager seinem Motto: „Stay hungry – stay curious!“

Neugierig auf die Zukunft sind auch die kreativen Entwickler bei BMW. Zum gelungenen Abschluss präsentierte BMW am nächsten Tag, den 19.Mai 2017, erstmals seine vier „VISION NEXT 100“-Fahrzeuge als Quartett. Jede Marke der BMW Group – BMW, MINI, Rolls-Royce und BMW Motorrad – hat zum 100. Jubiläum ein außergewöhnliches Konzept entwickelt, das auf allen Kontinenten weltweit gezeigt worden und nun in der BMW Welt zusammengeführt worden ist. Für alle „Co-Creater“ ein gelunger Abschluss einer rundum kreativen Veranstaltung.

Richard Schütze ist Publizist, Moderator und Geschäftsführer der Berliner Politik- und Kommunikationsagentur "Richard Schütze Consult". Seit mehr als 30 Jahren nehmen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Medien und Gesellschaft die Expertise des Volljuristen in Anspruch.

Wenn Sie noch kein Mitglied im Co-Create Führungskräfte Netzwerk sind und weitere Informationen wünschen, melden Sie sich bitte unter 0040 609465950.

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